DSGVO die zweite

Eigentlich sollte diese an sich durchaus sinnvolle Sache eine andere Abkürzung haben – so etwas wie KPfpLf oder KPL. Was heißen könnte: Konjunkturprogramm für parasitäre Lebensformen.  Ja, damit meine ich Abmahnanwälte. Vielleicht tut mir ja jemand aus dieser Branche den Gefallen und verklagt mich wegen Beleidigung, seelischer Grausamkeit oder was weiß ich. Ich bin sicher, ein Blog darüber wäre der Hit.

So wie es im Moment aussieht, ist die halbe Republik nervös, weil sie das Gefühl hat, die Hyänen umkreisen die Herde bereits und werden am 25. Mai mit ihrem Angriff beginnen. Ja, die Rechtsprechung wird sich in den nächsten Jahren entwickeln. Auf dem Buckel von Vereinen, Privaten, Bloggern, kleinen Unternehmen – hier fürchte ich wird der Flurschaden immens sein. Wie ein Verkehrssystem mit Ampeln, die erstmal graues Licht zeigen und bei dem nach den ersten 500 Verkehrstoten die Gerichte dann Maßstäbe dafür entwickelt haben, ab welcher Farbtendenz Autofahrer halten müssen oder fahren dürfen. Wir haben ja in den letzten Jahren viel über die lebensverkürzende Wirkung von Feinstaub und Stickoxiden gelernt. Ich hoffe, es gibt auch irgendwann mal Grenzwerte für vage, unpräzise Gesetzgebung. Auch diese vernichtet massenweise wertvolle Lebenszeit und zerstört, wie ich fürchte, auch noch Akzeptanz für demokratische Strukturen in einer Zeit, in der diese alle Freunde brauchen würden, die sie bekommen können.

Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, daß im neuen Koalitionsvertrag auch ein Einbremsen der Abmahnindustrie vorgesehen ist. Toll, herzlichen Glückwunsch, liebe CDU und SPD. Auch eine Form von Bürgernähe: offenbar kam die herannahende DSGVO für Euch genauso überraschend wie für den Rest der Bürger.

Nicht daß ich nur am Meckern wäre. Hier ist der Plan: Ein Portfolio von einigen zehn „Usecases“ aus der wirklichen Welt der Vereine, Tangoveranstalter, Selbständigen, kleinen und mittleren Unternehmen, mit rechtssicheren Kochrezepten und so einer Art staatlicher Rechtsschutzversicherung, wenn jemand, der Nutzern dieser Muster juristisch an den Karren fahren will.

Naja, auf der anderen Seite konnte ich mein Schreibtalent auf dem Gebiet der Datenschutzerklärungen testen – ich hoffe, das Ding liest auch irgendjemand, der nicht elektrisch betrieben wird (ich meine Robots, für den Fall, daß jemand diese nerdige Anspielung nicht verstanden hat). Die Kunst ist auf jeden Fall, es so detailliert und langatmig zu machen, daß auch der hartnäckigste Leser nach spätestens 30% so narkotisiert ist, daß er sich sagt, jaja, wird schon alles okay sein. Ich hatte ja gehofft,. Ich könnte es komplett irgendwo übernehmen, das Teil auf Gerhard Riedls Website ist in meinen Augen ein Meisterwerk. Am Ende war ich dann aber doch zu ungeduldig für eine solche Lösung.

Den besten Text zum Thema DSGVO habe ich aber hier gefunden: http://www.der-postillon.com/2018/05/ratgeber-dsgvo.html.

 

 

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2 Gedanken zu “DSGVO die zweite

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