No Champagne for Champaign (English)

I was told that my English writing is terrible. Probably true; in my professional life, I am using English quite often but in a tech and sometimes, even worse, in a standardization context.

Anyway, I am not writing much anymore on this blog. The usual suspects of themes (codigos, music, you name it) became kind of old. The interesting stuff would be about tango encounters and more experiences. But first of all I am not a talent in describing these things (as Terpsi), and stories where usually a second person is involved do not belong to me alone.

Having said this, sometimes I come upon things which are stranger than usual, and when I say strange I mean somehow, well, creepy. And as I saw there were some page accesses from the US (perhaps due to the English title of the post) I decided to provide an English version (it is not a translation, this would have been boring).

We Europeans have our share of Milonguero-style, slow motion close embrace evangelists. But as we in Old Europe say, things in the US are usually bigger. Take Tango Voice of America, one of my favorites with his marxist-style, self-citation-riddled seemingly endless texts.

Or, to come to the point, the latest oeuvre on In Search of Tango, titled „Champaign Milongueros“.

Some time ago, the German magazine DER SPIEGEL published an article about the way religion works.  One of the things which made their way into my memory was the part about coherence of such groups. In short – the higher the obstacles the group sets for members, the stronger the binding forces. It is like my grandma said – no cost, no value. This strategy also works like a filter, keeping the flaneurs away. Or rather, increasing the density of intensive practitioners.

An old Chinese proverb says: „if it looks like a duck, walks like a duck and quacks like a duck, it is most probably a duck” – clear, so far?

We do have those “secret” milongas for invited people only. But a publicly announced group, including 20-hour introductory courses with examination at the end – wow.

Maybe there is a lack of offerings for people who like separated seating, invitation by cabeceo, and all the traffic rules – I am sure, Tango Voice’s banning “exhibitionism” is among them even if not mentioned, well.

I for myself have nothing against some tantra tango now and then, as part of a healthy mix. And trying to create biotopes is legitimate. The problem starts if inhabitants start to molest their surroundings. Perhaps I am unfair in assuming that creating a protected space for Milonguero style lovers will not be the end – but.

Let me guess how the story could continue: As soon as such a group has a handful of members, they will probably start to influence other organizers, pointing at the people they represent. A little bit of adaptation here and there, nothing big in the beginning. These things will, however, add up as, well, extremists are usually more persistent, louder, and more activist than the average person. In the best case, it will lead to a fragmented and polarized tango community. In the worst case, the Milonguero sect will have taken over the whole local community.

Yes, it is possible that I am just paranoid and full of negative thinking. If so, I blame it on Tango Voice and the likes of him, the really traumatized me. Perhaps it is in my scientific genes that I am extra sensitive to the smell of religious zeal and mind control (think of Captain Saru from Star Trek Discovery with his threat senses). I for myself live in a larger area with a healthy mix of different tango styles and offerings.  I read, however, of areas which have become a undead, boring monoculture with only slow-motion tango to the ever-same EdO tune, where any forward motion in the ronda dies before the first piece of a tanda is even finished, leaving people rotating in-place not matter what the music says. But fun aside: Even if I enjoy some Milonguero style tango now and then, I would not become member of such a sect just to be on the safe side, not allowing some Milonguero style high priest to body-count me for more leverage – don’t feed the dark forces.

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No Champagne for Champaign

Meine Schreib-Schwelle ist inzwischen recht hoch geworden – die Orbits um die üblich-verdächtigen Themen finde ich zwar lesend einigermaßen spannend, glaube aber nicht, dazu Entscheidendes beitragen zu können. Spannend sind persönliche Erlebnisse. Das alte chinesische Sprichwort „it takes two to tango“ bedeutet aber auch, daß einem solche Erlebnisse nicht allein gehören. Und womöglich leidet auch ihre Magie, und das wollen wir ja nicht.

Was also hat mich dazu bewogen, an die Tastatur zurückzukehren? Ein Artikel, zu dem ich durch  http://www.mytangodiaries.com gekommen bin, das alte, treue Schlachtroß der Meta-Sites. Wahrscheinlich werden dort noch in Hunderten von Jahren fleißige Skripte die vor langer Zeit hinterlegten Webseiten scannen und unter Tango Argentina Blogs neue Posts melden (sollte es nicht „Tango Argentino“ heißen?).

In diesem Fall war es der Artikel „Champaign Milongueros“ auf In Search of Tango.

Der Autor beschreibt dort eine Initiative, den Tango Milonguero voranzubringen. Beim Lesen wurde die Gänsehaut immer stärker; sicher erinnert sich der geneigte Leser noch an meine Posts zum Thema „Tango Voice of North America“. Da war sie wieder, die Grusel-Gänsehaut.

Was dort offenbar gerade passiert, ist die Gründung einer Tangosekte, äh, Gruppe namens Champaign Milongueros, die versucht, dem dortigen Mainstream-Tango etwas Milongueromäßiges entgegenzusetzen. Biotope für den eigenen Lifestyle zu etablieren ist ja nichts Verwerfliches und passiert ständig; ich sag immer, möge jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Hier aber haben meine „spidey senses“ laut und deutlich geklingelt, es sind diverse rote Lampen angegangen.

Was will „Champaign Milongueros“? In meinen Worten zusammengefaßt, einen Raum schaffen, in dem Tango auf Basis der Konventionen/Protokolle, wie sie in Buenos Aires praktiziert werden, stattfindet. Das volle Programm: getrenntes Sitzen, Cabeceo, und natürlich die Navigationsregeln. Tango Voice nennt ja alles, was über tantramäßige Slow Motion hinausgeht,  Exhibitionismus; so halt.

Der besondere Clou ist: Die Gruppe hat nicht nur strenge Aufnahmeregeln, die Teilnehmer müssen auch einen 20-stündigen Kurs absolvieren, mit einer Prüfung am Ende.

Vor einiger Zeit erschien mal im SPIEGEL ein Artikel zum Thema Religionen. Interessant fand ich dabei die Beschreibung, wie der Zusammenhalt der Mitglieder funktioniert. Kurz gesagt – je höher die Hürden, in Form von zu absolvierenden Pflichten – desto stärker ist die Bindung (wenn man zu den Leuten gehört, die auf so etwas ansprechen). Insofern glaube ich, daß diese Strategie durchaus funktionieren kann, wobei sie sicher  auch wie eine Art Filter funktioniert – Flaneure und Gelegenheitsteilnehmer werden eher abgehalten, die Dichte an Hardcore-Praktizierenden dürfte also relativ groß sein.

Ich habe ja durchaus nichts gegen das eine oder andere Slow Motion-Tänzchen in enger Umarmung. ich finde, es ist eine interessante Komponente in meinem Tango-Gesamtmix. Vielleicht gibt es in Champaign auf diesem Gebiet ja bisher keine Angebote. Ich würde dennoch nicht Mitglied von „Champaign Milongueros“ werden. Aus einem simplen strategischen Grund. Und ja, ich bin ein bißchen böse und unterstelle den Betreibern da etwas, was vielleicht gar nicht stimmt. Aber ein anderes altes chinesisches Sprichwort sagt „if it looks like a duck, walks like a duck and quacks like a duck, it is most probably a duck” – klar bis hierhin?

Angenommen, so eine Gruppe hat erstmal eine Handvoll oder mehr Mitglieder. Was wird wohl der spirituelle Führer tun, wenn er erstmal eine gewisse Masse an Tangueros hinter sich hat? Vermutlich zu anderen Veranstaltern gehen und versuchen, auf ihre Angebote Einfluß zu nehmen.  In der Regel ist der Mobilisierungsgrad und die Lautstärke des Auftritts von, sagen wir mal, Extremisten weit höher als im Durchschnitt; daher dürfte ein solcher Ansatz schon mit einer relativ kleinen Zahl von Leuten funktionieren. Bestenfalls führt das Ganze dann zu einer Polarisierung und Fragmentierung der örtlichen Tangoszene. Im Worst Case hat diese Sekte nach einer Weile den ganzen Laden übernommen. Wie gesagt – ich bin mir bewußt, daß ich da vielleicht etwas zu paranoid bin. Die Einblicke, die mir „Tango Voice“ da bietet, plus das, was ich andernorts lese, machen mich da einfach vorsichtig – better safe than sorry, um auch das dritte alte chinesische Sprichwort für heute zu zitieren. Mein eigenes Tango-Ökotop ist noch immer bunt und vielfältig, und so soll es auch bleiben.

Perfect Stranger

Eine Neolonga in einer Stadt, die nicht meine ist – ich keine wenige Leute dort, und heute abend niemanden. Das Auffordern per Blickkontakt betreibe ich nicht als religiöse, aber als sportliche Disziplin – die Lichtverhältnisse legen die Latte heute recht hoch. Damit es noch etwas schwieriger wird, höre ich immer erst ein paar Sekunden in die Musik, bevor ich mich entscheide, aktiv zu werden; gefühlt die Hälfte der Leute finden sich schon während der Cortina zusammen. Es werden meist Dreiertandas gespielt, weil die Stücke länger als die Tradi-typischen zweieinhalb Minuten sind. Das erste Stück inspiriert mich nicht; das zweite geht für das Auffordern drauf, dann noch ein paar Sekunden für das Aufstehen, halb-Hingehen, Stoppen, fast schon wieder umdrehen – aber die Dame hatte sich schon für mich entschieden, als der andere Herr an ihren Tisch kam.

Das sich-aufeinander-einstellen, das sonst bei einer bislang unbekannten Dame schon mal ein halbes bis ein ganzes Stück dauern kann, dauert hier gefühlt drei Sekunden. Es gibt genug Platz, um das, was wir beide in der Musik hören, auch in Bewegung umzusetzen. Ob sie die Musik schon mal gehört hat, weiß ich nicht – für mich war sie neu. Gehen, drehen, eng, weit – das ist ganz sicher nicht nur die Führung, wir hören die Musik ähnlich und doch verschieden genug, um eine Kombination aus Harmonie und Spannung zu bekommen. Sie bewegt sich leicht wie eine Feder und ist doch vollkommen präsent. Es gibt keine Fragezeichen, nur Gewißheit. Ein Slow-Motion-Sandwich mit perfekter Stabilität, dann nach dem Absetzen eine schnelle Drehung mit ein paar Ochos, genau in der Musik. Gemeinsames Atmen, Stille in der Bewegung, dann wieder Dynamik, Drehen, Gehen, zweispurig, dreispurig, vierspurig. Völlige Gelassenheit auch in den schnellen Sequenzen. Auch der Raum ist unser Freund – der Platz ist da, wenn wir ihn brauchen. Obwohl in einer einzigen Tanda mehr Bewegung auf der Fläche ist als in manchen Tradi-Milongas während der gesamten Veranstaltung, gibt es keine Notbremsungen und Verlegenheits-Moves.

Viel später überlege ich, ob ich außer einem strahlend hellen Danke noch etwas hätte sagen sollen. Und ja, auch der innere Übermuts-Monitor meldet sich kurz zu Wort – hat sie das gleiche erlebt, oder hat sie einfach einen guten Job abgeliefert?  War ich wirklich so präsent und auf sie ausgerichtet, wie es sich angefühlt hat? Und dann die Audiospur – Namen? Wo gehst Du sonst so Tanzen? Wie lange…unmöglich. Und natürlich auch die übliche Scheu vor dem nächsten Mal – kann es nicht eigentlich nur weniger schön werden? Vermutlich denkt sie, was für ein komischer Vogel, warum versucht er nicht, eine volle Tanda mit mir zu kriegen? Stimmt – Idiot. Oder doch nicht. Vier Minuten pure Magie. Danke, Universum.

P.S: Nein, die Musik war eine andere, aber wenn ich schon einen Musiktitel verwende…und gleich noch ein paar andere Sachen zum Hören dazu.

DSGVO die zweite

Eigentlich sollte diese an sich durchaus sinnvolle Sache eine andere Abkürzung haben – so etwas wie KPfpLf oder KPL. Was heißen könnte: Konjunkturprogramm für parasitäre Lebensformen.  Ja, damit meine ich Abmahnanwälte. Vielleicht tut mir ja jemand aus dieser Branche den Gefallen und verklagt mich wegen Beleidigung, seelischer Grausamkeit oder was weiß ich. Ich bin sicher, ein Blog darüber wäre der Hit.

So wie es im Moment aussieht, ist die halbe Republik nervös, weil sie das Gefühl hat, die Hyänen umkreisen die Herde bereits und werden am 25. Mai mit ihrem Angriff beginnen. Ja, die Rechtsprechung wird sich in den nächsten Jahren entwickeln. Auf dem Buckel von Vereinen, Privaten, Bloggern, kleinen Unternehmen – hier fürchte ich wird der Flurschaden immens sein. Wie ein Verkehrssystem mit Ampeln, die erstmal graues Licht zeigen und bei dem nach den ersten 500 Verkehrstoten die Gerichte dann Maßstäbe dafür entwickelt haben, ab welcher Farbtendenz Autofahrer halten müssen oder fahren dürfen. Wir haben ja in den letzten Jahren viel über die lebensverkürzende Wirkung von Feinstaub und Stickoxiden gelernt. Ich hoffe, es gibt auch irgendwann mal Grenzwerte für vage, unpräzise Gesetzgebung. Auch diese vernichtet massenweise wertvolle Lebenszeit und zerstört, wie ich fürchte, auch noch Akzeptanz für demokratische Strukturen in einer Zeit, in der diese alle Freunde brauchen würden, die sie bekommen können.

Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, daß im neuen Koalitionsvertrag auch ein Einbremsen der Abmahnindustrie vorgesehen ist. Toll, herzlichen Glückwunsch, liebe CDU und SPD. Auch eine Form von Bürgernähe: offenbar kam die herannahende DSGVO für Euch genauso überraschend wie für den Rest der Bürger.

Nicht daß ich nur am Meckern wäre. Hier ist der Plan: Ein Portfolio von einigen zehn „Usecases“ aus der wirklichen Welt der Vereine, Tangoveranstalter, Selbständigen, kleinen und mittleren Unternehmen, mit rechtssicheren Kochrezepten und so einer Art staatlicher Rechtsschutzversicherung, wenn jemand, der Nutzern dieser Muster juristisch an den Karren fahren will.

Naja, auf der anderen Seite konnte ich mein Schreibtalent auf dem Gebiet der Datenschutzerklärungen testen – ich hoffe, das Ding liest auch irgendjemand, der nicht elektrisch betrieben wird (ich meine Robots, für den Fall, daß jemand diese nerdige Anspielung nicht verstanden hat). Die Kunst ist auf jeden Fall, es so detailliert und langatmig zu machen, daß auch der hartnäckigste Leser nach spätestens 30% so narkotisiert ist, daß er sich sagt, jaja, wird schon alles okay sein. Ich hatte ja gehofft,. Ich könnte es komplett irgendwo übernehmen, das Teil auf Gerhard Riedls Website ist in meinen Augen ein Meisterwerk. Am Ende war ich dann aber doch zu ungeduldig für eine solche Lösung.

Den besten Text zum Thema DSGVO habe ich aber hier gefunden: http://www.der-postillon.com/2018/05/ratgeber-dsgvo.html.

 

 

DSGVO und so

Daß die Datenschutzgrundverordnung auch die Tangowelt aufmischen wird, war mir bis vor kurzem nicht bewußt bzw. egal. Was diesen Blog angeht, kann es mir tatsächlich auch wurscht sein, weil ich damit keinerlei kommerzielle Absichten verfolge. Ob Melinas Reaktion überzogen oder weise ist, kann ich derzeit noch nicht beurteilen. Dennoch habe ich natürlich (leider) auch schon wertvolle Lebenszeit in Recherchen investiert und bin auch schon dabei, entsprechende Texte zusammenzuklicken. Unter anderem habe ich diesem Blog eine (derzeit noch provisorische) Datenschutzerklärung hinzugefügt.

Ich empfehle einen kürzlich in SPON erschienenen Text von  Sascha Lobo – manchmal hat dieser Bursche, so naiv-nervig internetgläubig er zuweilen auch daherkommt, einfach gute Inhalte und sowieso eine gute Schreibe. Kurzversion: Dieses Ding wird vor allem kleinere Unternehmen und Private beschädigen, die großen Player haben das längst in ihre Strategie integriert und es wird sie nicht aufhalten.

Es gibt Prognosen, daß die DSGVO das nächste große Ding für die Abmahnindustrie ist. Bekanntlich glaube ich an das Gute im Menschen und bin daher sicher, daß sich solch parasitäre Lebensformen hier nicht ihren nächsten Porsche, sondern eine blutige Nase holen werden, weil Leute, statt kleinlaut zu zahlen, massiven Widerstand leisten werden und schnell Rechtsklarheit entsteht. Nicht vergessen, liebe Gemeinde – Gesetze werden von Menschen gemacht, und wenn unsere Gesetzgeber merken, daß sie gerade dabei sind, Millionen von Wähler richtig sauer zu machen, werden sie ihre Hintern schon bewegen. Also gegebenenfalls nicht leise rummeckern, sondern mit gegeigneten Vertretern politischer Parteien sprechen. Macht Arbeit, stimmt. Na und. Machen andere weniger sinnvolle Sachen auch.

Andererseits gibt es Kriege, Überbevölkerung und unregulierte soziale Netzwerke mit Milliarden von Usern – das sind gewisse Hinweise, daß, sagen wir mal, bei der kognitiven Leistungsfähigkeit der Spezies Homo sapiens sapiens  doch noch etwas Luft nach oben ist. Also lieber vorsichtig sein.

 

Einfach

Daß Staubsaugen für mich Meditation in Bewegung ist, hatte ich schon mal geschrieben. Eine Woche im Schweigekloster oder einen Spaziergang durch die Wüste brauche ich nicht – eine halbe Stunde mit meinem Staubsauger reicht.

Es gibt Fragen, deren Antwort sehr binär ist – ja oder nein – und dann wieder unendlich kompliziert. Gerade eben kam eine solche Antwort, und viel wichtiger, der Weg dorthin. Und der Grund, warum ich das hier schreibe, ist die Tango-Analogie dabei.

Egal ob die Endphase einer Aufforderung akustisch oder optisch abläuft – es gibt eine Vorgeschichte. Oder es sollte sie geben. Ich spreche vom Wollen auf beiden Seiten. Ein Tanz kann zustandekommen, weil die Alternative Sitzen wäre. Möglichkeiten, Kompromisse zu machen, gibt es viele – die Musik kann nicht wirklich inspirierend sein; man hat vielleicht die Partnerin schon mal „ausprobiert“ und weiß, daß es sich nicht optimal anfühlt. Am anderen Ende der Skala wird natürlich statistisch gesehen die Luft dünn – die perfekte Musik, die perfekte Partnerin und dann noch eine Ronda, die den notwendigen Raum bietet, sich auch körperlich so auszudrücken, daß das volle Genußpotential stattfinden kann. Wir sollten also eher von einer Zone sprechen, eine Meßlatte, die nicht am höchsten denkbaren Punkt liegt.

Mit den Analogien ist es so eine Sache. Sie tragen ein Stück weit. Wenn man ihnen aber zuviel  zumutet, brechen sie auf unelegante Weise zusammen und verlieren dann auch die Funktion, für die sie eigentlich gut gewesen wären. Also noch ein letzter Blick in die Tangowelt, bevor es dann wieder zurück geht: Eine Supertänzerin, die einfach nur ein bißchen Bewegung will und beim Tanzen nebenher noch ein paar vierdimensionale Differentialgleichungen im Kopf löst, kann sicher rein technisch mehr abliefern und vielleicht sogar ein tolleres Tanzerlebnis erzeugen als jemand, die vor Verlangen und Motivation glüht und einfach nicht fürs Tanzen geschaffen ist (übrigens: ich verwende diese simple Beschreibung nur der Klarheit halber. Ich bin durchaus in der Lage zu erkennen, daß im entsprechenden Kontext ich derjenige sein könnte, dem die Skills fehlen).

Ich glaube, die wichtigste Essenz ist dieses Gewollt-werden. Gerne ein Ja, aber: ja, aber nur diese Tanda. Ja, aber nur gemeinsame Theaterbesuche und keine Berührungen. Ja. Aber nur wilde, zügellose Nächte und kein Gequatsche davor oder danach.

Nur nicht ein Ja, wenn: Wenn Du den Bart abrasierst. Wenn Du nicht mehr jeden Juni mit Deinen Motorradkumpels die Baja California langfährst. Kein „die Hardware nehme ich schon mal, wir kriegen da schon eine andere Software drüberinstalliert“.