Hello, Adele

In Bezug auf Audio-Qualität von Tangomusik kriege ich ab und zu eine kleine Hör-Krise – bei „Hello“ von Adele war es mal wieder soweit.

Wie schade, denke ich dann, daß sich diese in so vieler Hinsicht wunderbare alte Tangomusik manchmal wie akustisches Waterboarding anfühlt. Grelle Singstimmen, verwaschene Instrumente, keine Substanz in den Bässen und Höhen. Und ich spreche hier von der Wiedergabe über halbwegs gute Anlagen.

Ich stelle mir dann vor, gemeinsam mit einer lebenden, atmenden Person im Arm, entspannt und doch mit allen Sinneskanälen wahrnehmend in satten, klaren Bässen zu baden, die zärtliche Berührung von wispernden Höhen im Gehör zu spüren, die Räumlichkeit und Transparenz von Musik in „heutiger“ Soundqualität im Tanz zu erleben.

In solchen Momenten ist dann auch sowas kein allzugroßer Trost: https://tickledtangode.wordpress.com/

Nur so aus Vorsicht: Ich habe keine Ahnung, ob das Material auf dieser Website „okay“, also auch aus Copyright-Perspektive „tadellos“ ist…das muß jeder selbst entscheiden. Ich bin auf diese Site über einen Kommentar-Dialog bei Cassiel aufmerksam geworden und habe es selbst noch nicht geschafft, in die Stücke reinzuhören.

 

Kleiner Nachtrag zu Paul Yang

habe ein bißchen weiter gelesen…daß Tango ermöglicht, Geschlechterrollen pur und intensiv zu erleben, sagt ja beispielsweise auch Vio auf http://tangoforge.com/rebelarch/.  Paul geht da wie soll ich es sagen, mit durchaus knackigen Thesen noch ein bißchen weiter, zum Beispiel hier: http://yangningyuan.blogspot.de/2013/11/tango-and-relationship-between-opposite.html

Ich will durchaus nicht tiefer in dieses Thema einsteigen und auch nicht versuchen, seine Texte zu übersetzen oder im größeren Stil nachzuerzählen.

Nur soviel: Mir scheint (das kann sich beim noch-weiter-lesen auch wieder ändern), daß Pauls System ein wenig zirkulär ist; in  neueren Posts verweist er gerne auf ältere und dort auf noch ältere. Das soll keine Qualitätsbewertung sein. Es sieht aber nach einer relativ überschaubaren Agenda aus, für die er eben auch durch Wiederholung wirbt.

Daß ich selbst kein großer Fan von Political Correctness bin (weil ich glaube, daß Denkverbote jeder Art zu Gehirnschrumpfung führen) dürfte schon ein wenig rübergekommen sein. Trotzdem – bitte wenn möglich selbst lesen…

 

Jemand hat gesagt…

schau‘ Dir mal den Blog http://yangningyuan.blogspot.de/ an.

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Habe ich getan, und – danke. Interessante Gedanken und Texte. Auf Englisch; nun ja, tel aviv, mondamin.

Ein paar Kostproben, die beiden neuesten Posts: http://yangningyuan.blogspot.de/2015/10/the-age-prejudice-in-tango.html befaßt sich mit dem Thema „Altersdiskriminierung im Tango“.

Was mich angeht, möchte ich nicht behaupten, immun gegen optische Reize zu sein; im Gegenteil genieße ich weibliche Schönheit. Es gibt  diverse Punkte, die a) nichts mit Tango zu tun haben und die ich b) hier nicht ausbreiten möchte. Nur eine kurze allgemeine Anmerkung:  Ich gebe zu, mein Mitgefühl mit der Damenwelt, wenn es um Aussehens-Diskriminierung geht, hält sich in Grenzen, denn in diesem Spiel mischen sie nach Kräften mit. Was ich bitte nicht als irgendwie „siehste“ verstanden wissen möchte, es soll nur die Dinge etwas in Perspektive rücken.

Zurück zum Tango. Ganz pragmatisch  betrachtet ist man selbst beim Tanzen der einzige, der die Optik der Dame nicht sieht. Das ist schon mal ein klarer Grund, das Aussehen nicht allzu hoch zu gewichten.

Klar, das mögliche Thema „Trophäe“; ist aber nicht mein Ding.

Wenn ich eine gute Tänzerin davon überzeugen will, sich von mir auffordern zu lassen, muß ich ihr irgendwie zeigen, daß es sich für sie lohnt – am besten funktioniert das meiner Erfahrung nach, in dem ich das mit einer anderen guten Tänzerin zeige.

Was, da stimme ich mit dem Blog-Autor Paul Yang überein, keine oder nur eine schwache Funktion des Aussehens ist. Letzteres Statement braucht vielleicht Erklärung: Klar gibt es das Phänomen, daß Tänzer sich eher auf die gutausehenden/jungen Damen konzentrieren. Eine gutaussehende Frau wird wohl wirklich häufiger aufgefordert und hat daher eine bessere Chance darauf, Erfahrung zu sammeln. Was aber wiederum nicht zwingend bedeutet, daß sich das in besserem Tanzen niederschlägt, denn eine attraktive Frau hat vielleicht einfach weniger Anreiz, sich tänzerisch weiterzuentwickeln, wenn sie die Kerle auch so kriegt.

Ich habe bei Milongas ein kleines Ritual: pro Milonga mindestens einmal mit einer bisher unbekannten Dame zu tanzen. Klar, ein bißchen schaue ich mir die möglichen Personen vorher schon an – allerdings, wenn die Gelegenheit da ist, vor allem, wie sie sich bewegen. Dann noch der Check für extreme Größenunterschiede – sehr zierliche Damen, das wäre bei mir die einsfünfzig-Kategorie, sind etwas schwierig. Aber ansonsten wird – nach bestem Wissen und Gewissen und im Rahmen der Erreichbarkeit – gewürfelt.

In http://yangningyuan.blogspot.de/2015/10/how-to-get-more-invitations-in-milonga.html geht es um Tips an die Damenwelt, öfter aufgefordert zu werden. Zeitlose Weisheiten, lohnend zu lesen. Auch hier ein Löffelchen meines Senfs dazu: Bin mit dem Blogger vollkommen d’accord. Speziell: Ich habe ein Spiel daraus gemacht, nur per Cabeceo aufzufordern (außer im absoluten Nahbereich, beziehungswiese dort, wo es positiv albern wäre). Und zwar das volle Programm, d.h. inklusive Mirada. Manchmal, selten genug um sich deshalb nicht zu grämen,  führt es mangels Angebot zum Nicht-Tanzen. Die Belohnung ist aber das Gefühl, auch selbst „gewollt“ worden zu sein.

 

Was darfs denn sein, Fremder?

20150822_200331Ein Ort nicht klein, nicht wirklich groß. Ein Zaun trennt ein Industrie-Niemandsland, dunkel, regnerisch, die Straße und der Parkplatz voller Schlaglöcher von einer Zone mit freundlich beleuchteten Gebäuden. Auf welcher Seite unser Cafe steht, lasse ich offen. Nach dem Eintreten ist es auch nicht mehr wichtig. Ein schöner Raum, hohe Decken, große Tanzfläche, Tische. Etwa 10 Paare anfangs, später kommen noch einige dazu.

Bei den Cortinas hört man, was in der Anlage steckt; glasklarer Jazz-Rock. Dafür fühlt sich dann der Gesang in den reichlich servierten Guardia-Vieja-Stücken hart, schneidend, unangenehm an.

Es treten auf: Der Gastgeber, DJ und auch lokaler Tanz-Maestro, mit seiner Partnerin: er läuft schön, ich möchte sagen argentinisch. Fast schon maschinenhafte Tanzsynchronität mit seiner Partnerin; auf Basis von vielleicht 30 beobachteten Tanzminuten würde ich sagen, relativ weit im „Sub“-Bereich. Vielleicht aber auch einfach völliger Genuß. Relativ überschaubares Bewegungsinventar. Es macht dennoch Freude, den beiden zuzusehen.

Etwas später trifft dann noch ein zweites Paar vom Typ „Local Hero“ ein; sie sehr dekorativ sowohl in Kleidung als auch Bewegungen. Er frisurenmäßig noch ein wenig in den 80ern, aber durchaus kompetent beim Tanz.

Und dann noch der Rest der Tänzer, normale Tangoszenen-Mischung.

Jede Teilwelt hat die anderen als Kulisse. Kein Austausch dazwischen. Maestro und Maestra tanzen etwa jede zweite Tanda; Deko fast jede. Keine Wechsel. Im Rest ab und zu Partnerwechsel, aber kein wirklich intensives Mischen.

Ich bin nicht allein auf dieser Milonga, aber nicht in Fragestimmung. Aber es sind wohl bekannte Muster. Selbsterfüllende Prophezeihungen, selbstverstärkende Strukturen, ein gutes Maß Ängste. Würde Maestro oder der männliche Teil von Deko unterhalb ihres Niveaus tanzen, könnte ihr Nimbus leiden; unwahrscheinlich, daß die „bislang unbekannte Dame“ den Herrn schon in der ersten Tanda so gut aussehen lassen kann wie seine langjährige Partnerin. Eine Deko-Maestro-Kreuzung, technisch durchaus naheliegend: gefährliches Terrain. Ausgefahrene Krallen? Ein Tango-Shootout? Oder abgehakt, Geschichte?

Beim nächsten Mal werde ich – wenn in der richtigen Stimmung  – vielleicht nachfragen.

 

 

 

 

 

Sorry, can’t resist…Normativ die 2.

IMG_5240Wie es der Zufall will, kenne ich mich ein wenig mit dem Thema Standardisierung aus. Von daher hier ein kleiner Vorschlag, wie man das Normative im Tango voranbringen könnte.

Eine weltweite  Tango-Standardisierungsorganisation müßte ihren Sitz natürlich in Buenos Aires haben. Als Name für diese Organisation würde sich ITU (International Tango Union) anbieten.

Leider gibt es eine Organisation dieses Namens schon (http://www.itu.int/en/Pages/default.aspx). Man könnte aber sicher versuchen, sie mit dem Hinweis auf den Status als Weltkulturerbe zu einem Namenswechsel zu überreden. Oder man nimmt eine andere Anordnung oder leicht modifizierte Version der Buchstaben (ITSU? Was im Japanischen übrigens „wann“ heißt. Aber ich schweife ab…).

Auf jeden Fall ist diese Parallele auch als Quelle der Inspiration speziell für normative Dokumente nützlich. Diese könnten „Recommendations“ heißen (das Wort sollte uns nicht täuschen: Die emotionale Farbe solcher „Empfehlungen“ wäre irgendwo im Sektor von Don Corleone zu verorten, wenn Ihr wißt, was ich meine…) und in Nummernkreisen gruppiert sein. C.xxx: Allgemeine Codigos. E.xxx: spezielle Recommendations für Encuentros. M.xxx: Musik-bezogene Recommendations. R.xxx: Tanzordnung in der Ronda. S.xxx: Sitzordnung. Und so weiter.

Ob die Standards authentisch in Spanisch (oder Lunfardo?) oder doch lieber in Englisch erscheinen sollten, wäre zu diskutieren.

Wie in der „echten“ Standardisierung wären dann noch regionale Organisationen sinnvoll (SDO’s, Standard Definition Organisation). Für Europa schlage ich den Namen ETSI vor (European Tango Standardisation Institute). Deren Dokumentnamen könnten dann  „TS xxx xxx“ (Tango Standard) heißen. Als Sitz wäre beispielsweise ein Ort in Baden-Württemberg denkbar…

Ja, natürlich gibt es auch hier dieses lästige kleine Problem, daß eine Organisation dieses Namens schon existiert (www.etsi.org). Man könnte mit dem Verweis auf den Weltkulturerbe-Status des Tang…oh…das hatten wir schon.

Ich stelle mir gerade vor, welchen Fortschritt das bringen würde: Eine Veranstaltung, die „100% EdO compliant according to ITU C.100, R.100, M.100, S.100“ ist – keine Überraschungen bei Codigos, Musik und Ronda mehr. Herrlich.

Mit dem sicheren Gefühl, mit diesem Post einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Tango geleistet zu haben, verbleibe ich für heute

Mit freundlichem Grinsen

Yokoito

 

Normatives Schreiben, oder: was sind schon 4 Jahre

Bei der Überlegung, ob ich doch noch Zeit ins Cassiel-Profiling stecken soll, sind mir folgende zwei Posts über den Weg gelaufen:

Cassiel, 2009:

„Cassiel ist in der Tradition der Kabbala der Engel der Einsamkeit. Wikipedia schreibt: „Cassiel is known for simply watching the events of the cosmos unfold with little interference…“ das ist meine Absicht für diesen Blog. Ich möchte nicht normativ schreiben. Das langweilt mich (vielleicht ist das der Grund, warum ich mich mit meiner Version des Tango-Knigges so schwer tue…“

http://tangoplauderei.blogspot.de/2009/04/exklusiv-zum-tango-zum-blog-und-zu.html“

Cassiel, 2013:

http://tangoplauderei.blogspot.de/2013/05/Tango-Knigge-Etikette-Regeln-Codigos.html

http://tangoplauderei.blogspot.de/2013/06/Tango-Knigge-die-eigentliche-Etikette.html

http://tangoplauderei.blogspot.de/2013/06/cassiel-grosser-tango-knigge-teil-2-soziale-codigos.html

Noch eine Ergänzung zur Namensgebung: Bei „Supernatural“gibt es eine bei den Fans äußerst beliebte Figur namens „Castiel“, auch ein Engel und eine der mächtigsten Figuren in der Serie. Außerdem trägt er einen wirklich coolen Trenchcoat (stellt euch einfach Inspector Columbo vor). Sehr spektakulär ist – am Ende von Folge 22 der Staffel 5 – eine Szene, in der Castiel explodiert. Wobei das bei Supernatural nicht viel zu sagen hat, ein paar Folgen später gibt es ihn wieder.

 

L.T. die zweite für heute

Eine innere Stimme sagte mir, schau doch noch mal kurz bei Gerhard in die Kommentare. Was sehe ich – einen Hinweis auf eine Forendiskussion bei tanzmitmir ( Update vom 18.11.15: Dieser Thread wurde inzwischen bei tanzmitmir gelöscht, eventuell weil die Temperatur der Diskussion in irgendwessen Augen in den roten Bereich gestiegen ist…schade eigentlich. Trotzdem noch mal der Link, vielleicht gibts ja ein Comeback: http://www.tanzmitmir.net/tanzpartner-boerse/viewtopic.php?t=17144#135355 ).

Was ich von solchen Forendiskussionen beziehungsweise deren optischer Umsetzung generell halte, habe ich ja schon mal geschrieben. Aber nun gut, Gerhard hat gesagt, schau mal rein, und ich schaue rein…und sehe ein paar wirklich interessante Texte. Unterhaltsam das kleine „Du hast aber gesagt“-Battle zwischen Cassiel (später noch assisted by NocheroySoy) und Gerhard –  schön natürlich, daß es Cassiel doch noch gibt und er andeutet, einige Themen in der Pipeline zu haben. Go, Cassiel!

Nicht schlecht waren aber auch zwischendrin die Texte von „wirdschonwerden“ zum Thema Smartphone-App als DJ-Ersatz. Besonders gut fand ich die Idee, auf Basis von Daten der Bewegungssensoren des Smartphones plus die Bewertungen des Tänzers durch Tanzpartner die passende Werbung (Kurse, Körperpflege) einzublenden.

Ich darf hier noch ein paar eigene Vorschläge machen: Die Kameras des Smartphones als Navigationshilfe auf der Piste (kein toter Winkel mehr). Takthilfen (mit ein paar Basis-Settings für das bewegungs- und das umarmungsfokussierte Tanzen). Simultan aus dem Spanischen übersetzte Liedertexte, um auch wirklich die richtige Stimmung für den jeweiligen Tanz zu bekommen. Vielleicht auch gleich der musikalische Override auf den eigenen Kopfhörer, wenn einem die aktuell laufende Tanda nicht paßt (bei umarmungsfokussiertem Tanzen sollte die Musik in puncto Bewegungsabläufe eh kaum eine Rolle spielen). Und dann natürlich die elektronische Cabeceo-Hilfe (Lichtverstärkung, Tele-Zoom, Gesten-Erkennung), wenn die Sichtverhältnisse mal wieder ungünstig sind. Vielleicht auch gleich mit Textkommunikationsmodul per Licht-Morsezeichen („ich würde ja gerne tanzen, aber gerade…paßt mir die Musik nicht/…muß ich meinen Füßen etwas Ruhe gönnen“ etc.)

Meine bisherige Erfahrung mit solchen Produktideen: Egal wie abgefahren sie mir vorkommen – normalerweise gibt es dafür dann schon drei bis vier kostenlos downloadbare Apps. Aber soweit ich es recherchieren konnte (ehrlich gesagt habe ich zwecks Zeitersparnis hier ausnahmsweise mit der Technik des „gefühlten Recherchierens“ gearbeitet), in diesem Fall noch nicht. Ich werde jeden Tag im Appstore nachsehen…oder ein Crowdsoucing-Projekt starten. Vielleicht.

Liebes Tagebuch,

IMG_5123ich gestehe, im Moment habe ich eine gewisse Schreibunlust. Heute noch verstärkt von einer gestrigen Feier, die alles in allem etwa 28% der 7 Kardinalsünden abgedeckt hat. Woraus dann heute eine gewisse durchaus wohlige Trägheit geworden ist.

Von dieser (sicher nur temporären) Perspektive aus gesehen stehen die zurzeit offenen Blog-Projekte in der beinharten Konkurrenz um wertvolle Lebenszeit nicht besonders gut da. Das Cassiel-Profiling hat ein wenig seinen Reiz verloren – Cassiel ist, so wie es aussieht, Geschichte. Auch von den anderen Sachen im Zettelkasten schreit nichts davon danach, heute oder in nächster Zeit umgesetzt zu werden.

Das Granteln ist nicht ganz mein Metier und wird im Übrigen schon aufs wunderbarste von Gerhard abgedeckt (angesichts des vermutlichen Missverhältnisses seiner zu meiner Leserschaft macht der Link zu seinem neuesten Werk wenig Sinn; weil ich gerade Lust auf etwas Sinnloses habe: hier ist er).

Einen Post will ich, irgendwann, noch schreiben – zum Thema: warum bzw. wofür lernen wir? Das wars aber (erstmal) auch schon. Heute wird da jedenfalls nichts draus.

In der restlichen Blog-Welt steppt auch nicht gerade der Bär. Ms Hedgehog ist eine der wenigen, die noch etwas Bewegung zeigt. Ich hatte mich mal am Kommentieren dort versucht, was auch geklappt hat, aber ihre Antwort bzw. ihren Denkansatz verstehe ich ehrlich gesagt nicht (nein, mit der Sprache hat es nichts zu tun).

Die Blogger-Welt scheint übrigens die WordPress-Welt nicht so richtig zu mögen. Theoretisch sollte es möglich sein, einen Kommentar dort mit einer WordPress-Identität zu signieren. Ich glaube ich habe etwa 213 Versuche gemacht, bei Melina einen Kommentar abzusetzen. Dann habe ich mal gegoogelt (was insofern lustig ist, als daß Blogger irgendwie mit Google zusammenhängt). Jedenfalls kam raus, daß es nicht funktioniert.

Ich habe dann sogar einen Blog bei Blogger/Google angelegt, um an eine Blogger-ID zu kommen. War eine ziemlich gruselige Erfahrung, weil ich dabei festgestellt habe, daß meine Android/Google-ID und die Blogger-ID aufs engste verbunden sind. Berufsbedingt habe ich zwar quasi kistenweise Smartphones herumliegen und insofern kein Problem, neue Google-ID’s anzulegen; ist mir aber schlicht zu viel Akt. Hallo Melina, wenn Du das liest – schalte doch mal „Name/URL“ oder „Anonym“ frei (oder Du stehst nicht so auf Kommentare).

Na ja, ich könnte ja auch hier auf diesem Blog kommentieren. Wenn ich mal Lust dazu habe, mache ich das auch.

Was haben wir noch? Tango & Chaos – weitgehend abgearbeitet; übrig geblieben ist mein Plan, das „Laufen“ weiterzuentwickeln, aber das ist ein Thema für ein paar Einzelstunden und nicht für ein Blog. Die übrigen üblichen Verdächtigen der Blog-Welt: eher ruhig dort (bzw. tot).

Ist die Epoca d’Oro des Tango-Blogs vorbei? Werden wir ab jetzt nur noch alte Blog-Einträge lesen, darüber Artikel verfassen, oder Artikel über solche Artikel? Not with me. Non avec moi. oder so. Aber viel Spaß dabei.

So. Das wars für heute. Jetzt geht es auf die Couch.

Tango Bachelor

IMG_5080Aus irgendeinem Grund (ich glaube, ich wollte mal sehen, was es noch so an Tangoblogs gibt) zeigte mir Google neulich einen Wkipedia-Eintrag für „Tango Hunter“ an: https://en.wikipedia.org/wiki/Patrick_S._Hunter

Dieser Artikel ist so aufgebaut, daß man erstmal meinen könnte, es geht um einen Polarforscher, Tango-Sänger oder einen sonstwie wichtigen Menschen. Besonders der zweite Absatz des Wikipedia-Eintrags beschreibt mit großem Ernst…jetzt kommts…

„The I Love New York Reunion show is considered to be the most chaotic reunion in reality TV history. Tango and New York reunited to Macy Gray’s „Glad You’re Here“ after not being able to see each other after the finale“.

Ideal wäre es, wenn Ihr den Artikel selbst lesen könntet. Ich habe erstens keine Zeit, ihn nachzuerzählen, und zweitens will ich euch das Gefühl nicht vorenthalten – bei mir war es irgendwo zwischen Loriot, Monty Python, Kafka und Dada.

Jedenfalls hat mich dieses doch irgendwie ganz schön schräge Fundstück zu einer genialen idee für eine TV-Show inspiriert. Ähnlichkeit mit schon existierenden Formaten wären natürlich rein zufällig.

Zentralperson ist ein Tanguero, für den, sagen wir mal, erstmal 12 Tänzerinnen gecastet werden, die mit ihm in eine coole Wohnung (gibt es das, ein Luxuspenthouse in Buenos Aires?) ziehen. Jeden Abend gibt es Tango (die Kamera ist natürlich immer dabei) – und jede Woche  muß eine der Damen ausziehen, bis dann eben nur noch eine übrig ist – tiefe Blicke, ganz große Emotionen, und dann ab in den Sonnenuntergang (oder zur Milonga). Davor natürlich jede Menge Drama, Zickenkriege – und selbstverständlich Tango bis zum Abwinken.

12 Wochen…okay, vielleicht etwas lang, aber man kann ja an allen Stellschrauben drehen. Zuschauerbeteiligung…Challenges (ein Abend nur Tango Nuevo)…Überraschungstreffen mit berühmten Tangueros…das volle Programm.

Selbstverständlich läßt sich das Ganze gendermäßig auch spiegeln…eine Tanguera…12 Männer- und so weiter.

Lazy oder sloppy?

IMG_2653Im letzten Post hatte ich das „lazy“ in Frau Hedgehogs Aufreger-Zitat ja mit „schlampig“ übersetzt. Ja, das Wörterbuch sagt, es bedeutet „faul“. Für die von Ms. H. angeführten Beispiele – etwa der Armeinsatz satt Oberkörperführung – scheint mir trotzdem „schlampig“ der korrektere Begriff.

Sicher – daher dieser kleine Nachtrag – könnte man daraus statt schlechter Technik auch Faulheit herauslesen, insofern es einfacher ist, die Arme zu nehmen.

Allerdings fallen mir für Faulheit bessere Beispiele ein, die Ms. H. nicht angeführt hat. Wie sieht es, beispielsweise, mit bewegungsreduziertem Tango generell aus? Wenn ich also, statt die Musik mit einer vielleicht etwas komplizierteren Bewegungsabfolge zu interpretieren – die auch mehr  Präzision bzw. Konzentration erfordert – eben etwas Simples nehme.

Nehmen wir, mal wieder, die vielbesungenen Boleos – von den ganz extremen Sachen abgesehen brauchen sie gar nicht signifikant mehr Fläche; viel mehr sind sie für beide Partner ein Spiel mit der dritten Dimension. Kürzlich hat Tango Commuter da ein paar Videos verlinkt: das eingebettete Video im Beitrag vom 23.10.15 ( http://tangocommuter1.blogspot.de/ ) und die im gleichen Post im Text verlinkten Videos (https://www.youtube.com/watch?v=ydOHQwInPPo und   https://www.youtube.com/watch?v=UcgL2tKTYyk). Beim etwas genaueren Hinschauen sieht man diverse Mini-Boleos, bei denen selbst der größte Angsthase Probleme hätte, sie als bedrohlich zu empfinden.

Was man dort übrigens auch sieht: So richtig vollgestopft ist die Tanzfläche in keinem der Videos, weder bei den Privatmilongas noch in der öffentlichen. Das wäre also kein Grund für enges Tanzen.

Insgesamt gibt es in diesem Spannungsfeld Technik-Bewegungsinventar- Umarmung einen Verstärkungseffekt: Gerade Oberkörperführung funktioniert in der engen Umarmung schlechter – da verzichtet man vielleicht eher mal auf das eine oder andere. Weniger Übung reduziert das Vertrauen in das Gelingen der Moves – was wiederum eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches  Führen ist, denn am besten funktioniert Führen, wenn man eine klare, nicht-zögerliche Vorstellung der Bewegung hat. Und so weiter – eine Spirale in Richtung eines immer weiter reduzierten Bewegungsinventars.

Zum Schluß noch mal auf Frau Hedgehog eingegangen: Sie meint, man würde nie so etwas hören wie „Hievt die Folgenden nicht mit den Armen herum, weil es bewirkt, daß sie mit dem Folgen-Lernen aufhören“ („Don’t heave the followers around with your arms, it will stop them learning to follow“). Stattdessen hieße es „Hievt die Folgenden nicht mit den Armen herum, das fühlt sich (für sie?) nicht gut an, ist also schlechter Tango“. Hm. Ich glaube, mir hat schon mal ein Lehrer gesagt, daß eine Frau, die ich in die gewünschte Position „schubse“, nicht lernen kann, meine Oberkörpersignale wahrzunehmen (falls ich überhaupt welche sende). Oder ich habe es irgendwann selbst herausgefunden.

Worauf ich hinaus will: Das Ganze ist oft, wenn es positiv läuft, eine Win-Win-Situation. Sagen wir, Achse. Eine Frau, die mich nicht aus der Achse zieht, ermöglicht mir, Dinge (für sie) zu tun, die ich sonst nicht hinbekommen würde. Umgekehrt – erst wenn ich es schaffe, ihr ihre Achse nicht zu klauen, kann sie ihr Potential entfalten. In beiden Fällen braucht es sowohl Kooperation wie auch, erst einmal, Feedback, also Kommunikation.