Mucke-Buden

 

Gleich noch was zum Thema Musik hinterher. Ich empfehle einen kürzlich bei Tango Commuter erschienenen Post. Er befaßt sich darin mit verschiedenen Quellen von Tango-Musik aus dem Blickwinkel des Copyrights. Praktischerweise ist dort auch eine recht gute Übersicht von Tangomusik- Quellen enthalten.

Nur vollständigkeitshalber: Wie ich glaube schon in verschiedenen Kontexten geschrieben habe, bin ich ein Anhänger des Bezahlprinzips und kann nur unterstützen, was TC da schreibt – man möge doch bitte die legalen Quellen nutzen und damit den Musikschaffenden auch die wohlverdiente kommerzielle Belohnung zuteilwerden lassen.

Auch empfehlenswert ist die Site Tanda of the Week. Von dort gibt es diverse Links in andere Quellen. Sehr nützlich ist auch die Möglichkeit, die vorgestellten Tandas – über den Hyperlink hinter TOTW –  in Spotify und Deezer anzuhören; das heißt, dort sind entsprechende Playlisten hinterlegt.

Und ach ja – bei aller Freude an den schönen Konserven, die über all die Links zu bekommen sind: Ich glaube, ich hatte schon erwähnt, daß ich momentan voll auf der Livemusik-Schiene bin. Worin mich übrigens ein kürzlicher Besuch in einem gewissen Offenbacher Etablissement noch mehr bestärkt hat (smile). Und ja, Gerhard – die Tanzfläche hätte wirklich gerne ein bißchen größer sein können; aber „sehr gut besucht sein“ ist ja nicht wirklich was Negatives. Vielleicht finden die Veranstalter ja einen Weg, den zweiten Raum noch irgendwie einzubeziehen.

 

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Musik vergleichen

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Vor einer Weile habe ich kurz über eine Site namens Tickled Tango Tunes geschrieben. Ich weiß noch immer nicht, wie legal das Ganze ist; annehmen würde ich erstmal, daß es okay ist – dies geschlußfolgert aus der Tatsache, daß die Site noch lebt, die Musikindustrie also offenbar ihre Dementoren nicht dort vorbeigeschickt hat.

Anmerkung: Auch wenn dies jetzt ein wenig schräg klingt – ich bin einer dieser altmodischen Typen, die der „Internet-Kostenloskultur“ durchaus kritisch gegenüberstehen, weil ich sie für langfristig schädlich halte.

Jedenfalls wollte ich mal sehen, wie diese verbesserten Tracks gegenüber anderen Versionen klingen.

Hier ist der Workflow:

  1. Auf die Seite https://tickledtango.wordpress.com/ gehen
  2. Den Link „Tickled Tangos“ anklicken. Dies öffnet eine Sicht ins Google Drive-Verzeichnis, in dem die Stücke hinterlegt sind.
  3. Für jedes Stück wird ein Icon angezeigt; Anklicken führt auf eine Seite, in der das Stück direkt abgespielt werden kann.
  4. Für das nächste oder vorige Stück gibt es die Schaltflächen < bzw. > am linken/rechten Seitenrand. Je nach Browser erscheinen diese eventuell erst, wenn man mit dem Mauszeiger in der Nähe ist.
  5. Ich will die Stücke direkt im Umschaltvergleich mit anderen Versionen hören. Persönlich finde ich dafür direkten Zugriff auf die Files bequemer. Dafür kann das Download-Symbol auf der Seite verwendet werden. So wie es aussieht, muß der Ablauf für jedes Stück wiederholt werden; eine Block-Download-Funktion habe ich nicht gefunden.
  6. Für andere Musikarten gilt sinngemäß Schritt 2 mit dem jeweiligen Element (Tickled Valses, Tickled Milongas).

Zum Abspielen: Ich bin nicht so der iTunes-Nutzer, vor allem, weil ich es nicht mag, wie sich diese Software auf meinem Computer breitmacht. Es gibt diverse Alternativen (was hier und heute kein Thema sein soll). Mein Favorit ist die freie Version von „Virtual DJ„, in Kombination mit „MP3Tag“ zum Editieren von MP3-Informationen. Ja, ich weiß, ich bin inkonsequent, das sind beides Kostenlos-Versionen. Im Fall von Virtual DJ würde ich den Herstellern empfehlen, eine Lowcost-Version anzubieten;   die „Pro“-Version ist mit $299 für Amateur-Anwendungen definitiv zu teuer. Ich habe schon ein paarmal DJ im Privaten gespielt, da hat die Funktionalität der Home-Version absolut ausgereicht. Es gibt noch eine „Pro Controller“-Version für 99 $; ehrlich gesagt hätte ich keine Ahnung, was ich da als Controller eingeben soll. Ich persönlich würde für die Funktionalität von  Virtual DJ (Home) jedenfalls durchaus 20 bis 30 Euro ausgeben.  Falls ich mal eines Tages als „öffentlicher“ TJ agieren sollte, wäre es jedenfalls eine Frage der persönlichen Ehre, etwas „Gekauftes“ zu verwenden.

Wie kommt man zu Virtual DJ? Den Download-Link verwenden, die entsprechende Version auswählen und dann den weiteren Anweisungen folgen.

MP3Tag gibts hier.

Übrigens: das absolut Gruseligste, das mir in meiner ganzen Tangozeit vor die Lauscher gekommen ist,  habe ich während meiner kleinen Forschungsreise auf Deezer gehört (weil es in der Liste direkt nach „Loca“ kam): „Muchachita Loca“ von Francisco Canaro. Vom Klang her so, als hätte man das Mikro eines 30 Jahre alten Kassettenrekorders vor den Trichter des Grammophons gehalten, auf dem ein zerkratztes Exemplar der Original-Schellackplatte abgespielt wird. Ich muß sagen, das definiert meine Qualitätswahrnehmungs-Skala bei Milongas neu.

Was nun die Ergebnisse angeht: Jeder wird das anders wahrnehmen; auch ist meine Sammlung von Tango-CD’s nicht so riesengroß, vieles höre ich über Deezer (zum Thema Tango-Musikressourcen werde ich demnächst noch was Eigenes posten). Wer mag, kann ja mal gegen CD-Versionen hören. Hier also nur ein paar Beispiele. Die CD-Versionen stammen aus der Box „El Tango Vol. 1-10“. Diese ist im übrigen, gemessen am Preis von ca. 15 Euro, ein echter Kauftipp. Aficionados mögen hier das Näschen rümpfen – mir egal;  mit diesen 10 CD hat man auf jeden Fall schon mal eine gute Basis.

Abkürzungen: TTT „Tickled Tango Tunes“-Version; ET El Tango-Version

  • Di Sarli, Comme il faut: Bei TTT deutlich höhere bpm-Zahl (123 vs. 114 bei ET). TTT klingt mir etwas zu sehr nach vorne; die ET hat recht viel Hall, klingt aber sauberer.
  • Biagi, Union Civica: mit Deezer verglichen; TTT klingt deutlich angenehmer, ohne daß ich sagen kann, woran das liegt.
  • Pugliese, la Mariposa, vs Deezer: Die TTT-Version klingt angenehmer und dynamischer
  • Di Sarli, Don Juan: gegenüber ET sauberer; ET klingt etwas dumpfer.
  • Di Sarli, El Jaguel: TTT klingt sauberer, die Deezer-Variante klingt deutlich blechern.

Und  ja – mir ist schon bekannt, daß Deezer „lossy compression“ nutzt. Aber dieses Faß lassen wir heute mal zu.

Okay – ich kann nicht wirklich widerstehen, aber nur ganz kurz, versprochen: Vielleicht hat ja mal jemand die Möglichkeit oder die Zeit, ein paar kleine Blind-Hörtests  (gerne auch mit MP3-Hatern) zu machen, bei denen beispielsweise aus einer MP3 eine WAV erzeugt wird. Das dann bitte unter Milonga-Bedingungen, also limitierte Lautstärke und die üblichen Nebengeräusche, also Gespräche,  Füße-auf-Parkett und so weiter.

Davon abgesehen –  wenn man es richtig machen wollte, müßte für jedes Musikstück sowas wie ein Abstammungs-Zertifikat her. In der Güteklasse Rassepferd oder Blockchain.

Damit soll es für heute erstmal gut sein. Um es nochmal zu sagen: Ich bin nicht sicher, ob „TTT“ wirklich ganz koscher ist; vielleicht weiß jemand von Euch hier mehr. Auf jeden Fall hat der „Tangotickler“ einen ganz guten Job gemacht (den er im Übrigen auch recht detailliert beschreibt).  Wobei mir eine Information gefehlt hat (oder ich sie überlesen habe): Wo sein Ausgangsmaterial herstammt.

 

 

 

Ein paar Fragen zum Thema Live-Musik

Wenn die Edo-Orquestras so gut waren, weil sie sich an den Tänzern orientiert haben:

Haben die Orchester nicht live vor Tanzpublikum gespielt?

Gab es damals überhaupt Plattenauflege-Milongas?

Lief dann nicht sozusagen den ganzen Abend lang Musik vom gleichen Orchester?

Wenn nun heutige Live-Orchester nicht auftreten können, wie sollen sie sich dann an Tänzern orientieren? Oder: wie soll sich aus dem Wechselspiel von Angebot und Nachfrage etwas entwickeln, wenn dieses Spiel gar nicht stattfindet?