Parship übernimmt Facebook

1.4.2018, Menlo Park/Hamburg

Bei zeitgleich anberaumten Pressekonferenzen in Menlo Park und Hamburg wurde heute von den Firmenchefs Mark Zuckerberg (Vorstandsvorsitzender, Facebook) und Tim Schiffers (Geschäftsführer, Parship) bekanntgegeben, daß Parship zum 1.8.2018 Facebook übernehmen wird. Zu diesem Termin wird dann auch der Werbeauftritt von Parship auf „Ich facebooke jetzt“ umgestellt.

Erste Reaktionen aus Analystenkreisen zeugen von völliger Überraschung, jedoch auch großer Begeisterung, die sich in einem Kursfeuerwerk ausdrückte. Vorbörslich notierten die Aktien von Parship 3127.3 % höher, während die Aktien von Facebook um 14.2% stiegen. „Im Nachhinein erscheint dieser Schritt vollkommen logisch“, sagte Abruilo Primero, die Sprecherin des Analystenhauses Cantor Fitzgerald, das auf Tech-Firmen spezialisiert ist. „Es gibt so viele Synergien, daß wir uns fragen, weshalb dies zuvor niemand erkannt hat“.

Beide Unternehmen betonten, daß es sich um eine freundliche Übernahme handele. Zuckerberg wörtlich: „I like Parship!“. Wie aus unternehmensnahen Kreisen zu erfahren war, war der Deal bereits vor mehreren Monaten unter völliger Geheimhaltung vorbereitet worden. Zu seinen Motiven befragt, sagte Zuckerberg: „Wir glauben, daß wir damit der gesamten Menschheit einen großen Gefallen tun und sie echt voranbringen. Außerdem hat es mich genervt, daß ich ständig mit Jeff Bezos um den Titel des reichsten Menschen der Welt konkurrieren mußte. Das war‘s dann wohl, Jeff!“.

Über die Details des Deals wurde Stillschweigen vereinbart. Analysten nehmen jedoch an, daß der Kaufpreis bei mehr als 600 Milliarden Dollar lag. Trotz der Verbilligung von Facebook durch die aktuelle Kursschwäche war die Finanzierung des Deals nur mit Fördermitteln der EU (Horizon 2020, „Make Europe digitally great again“) und des Bundeslands Bayern möglich; dafür soll der Firmensitz nach München verlegt werden. Zusammen ergab dies nach Abzug der Bürokratie-Aufwendungen allerdings nur einen Beitrag von 123 Euro und 22 Cent. Der Rest des Kaufpreises wurde dem Vernehmen nach über einen massiven Kredit einer ungenannten chinesischen Staatsbank finanziert. Auch hier sehen Eingeweihte deutliche Synergieeffekte für die zukünftige Expansion. China wird dabei als Testmarkt angesehen. Dort war ja bereits vor einiger Zeit ein Sozialpunktesystem angekündigt worden, das bestimmte Verhaltensweisen mit Bonus- oder Maluspunkten bewertet. Die Kombination von moderner Silicon-Valley-Technologie im Bereich Persönlichkeitsanalyse und mentale Beeinflussung mit langfristigen sozialpolitischen Zielen eröffnet gerade bei der Bevölkerungspolitik neue Möglichkeiten. Nicht nur kann das Fortpflanzungsverhalten durch strategische Steuerung der Partnersuche in eine gewünschte Richtung gelenkt werden. Auch die gezielte Optimierung eines Genpools, in dem hohe Intelligenz und politisch gewünschtes Sozialverhalten kombiniert werden, ist damit in greifbare Nähe gerückt.

Die Sprecher beider Unternehmen versicherten, daß diese Fusion für die Kunden nur Vorteile brächten. Das bisherige Ausfüllen seitenlanger Fragebögen, dem sich Parship-Kunden bisher unterziehen mußten, kann komplett entfallen – Profile werden zukünftig automatisch, mit Hilfe neuester verhaltensbasierter Algorithmen, erstellt.

Das Geschäftsmodell soll nach Angaben der Unternehmen in seiner Struktur weitgehend unverändert bleiben; Facebook soll weiterhin den Großteil seiner Umsätze mit dem Verkauf von Dienstleistungen und Daten für Sozialprofiling, Gedankenmanipulation, Wahlbeeinflussung und Werbung erwirtschaften. Es ist jedoch geplant, die Plattform auf Basis bewährter Parship-Produkte leicht zu überarbeiten. So soll etwa die kostenlose Mitgliedschaft bei Facebook erhalten bleiben; hier werden allerdings kleine Anpassungen vorgenommen. Die Datenrate für Mitglieder im kostenlosen Basistarif wird auf 16 kbit/s abgesenkt, was nach den Worten von Zuckerberg für Textkommunikation vollkommen ausreiche; lediglich das Ansehen von Fotos und Videos könne etwas schwierig werden. Auch war die Rede von einer monatlichen kostenlosen Verweildauer im Portal von 30 oder 45 Minuten; danach wird minutengenau abgerechnet. Zuckerberg zeigte sich überzeugt, daß dennoch nur wenige Nutzer abspringen würden und meinte wörtlich „those suckers are hooked, man…don’t worry, they’ll beg for being allowed to pay…oh shit, why didn’t you tell me the microphone was still on?“.

Zudem wird die Attraktivität der Plattform durch neue Angebote weiter gesteigert.  Grundlage wird dabei das bisherige Tarifmodell von Parship sein, ergänzt durch zwei neue Premiumtarife. Der Platinum-Tarif erlaubt es, bei der Partnersuche verschiedene Kategorien zu wählen; beispielhaft genannt wurden „Long walks along the beach“, „buddy“ und natürlich auch der Klassiker „casual recreational sex“. Es war auch die Rede von Spezialangeboten für bestimmte Subkulturen. Exemplarisch wurde das „Tango Argentino“-Optionspaket genannt, in dem es Profile von „completely asexual close embrace“ bis hin zu „zero night stand during milongas“ geben könnte.

Im „Diamond“-Tarif haben Mitglieder zusätzlich zu den Features des „Platinum“-Tarifs die Möglichkeit, nicht nur eine unbegrenzte Zahl von Kontaktvorschlägen kompatibler Partner zu erhalten. Sie können darüber hinaus über bewährte Facebook-Mechanismen auch gezielt auf die Persönlichkeitsstruktur geeigneter Kandidaten einwirken, so daß diese noch besser zu ihren Vorstellungen passen. Auch ein paar Werbeslogans für diesen Tarif wurden schon präsentiert: „Faceback Dir Deinen Traumpartner einfach selbst“ und „Suchst Du noch oder facebackst Du schon?“.

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