Autonomes Tanzen

Da hat das Universum es doch glatt geschafft, mich doch wieder an die Tastatur zu holen. Ich meine damit den Ponyhof-Post von Gerhard, oder besser gesagt dessen Gegenstand. Aber letztendlich konnte ich der Gelegenheit, mal wieder ein bißchen über eine bestimmte Sorte Soziologen herzuziehen, nicht widerstehen.

Und der Chance, mal wieder ein schönes Musikvideo zu posten. Was ich bereits gestern getan habe. Hier nochmal:

Diese alten Filme („Vom Winde verweht“ auf arte) sind so langsam erzählt, daß man locker dabei Musikvideos scannen kann. Und dabei auch den neuen, wirklich sehr schönen Kopfhörer ausprobieren.

Ja, Soziologen, Es geht um Resonanz. Eigentlich müßten wir Physiker Lizenzgebühren bekommen, wenn mal wieder jemand irgendein physikalisches Konzept nimmt, ein paar bombastisch klingende Fremdwörter dazumixt und dann einen pompösen Theorie-Heißluftballon damit aufbläst.

Und Schmerzensgeld. Klar beeinflussen sich Systeme, wenn sie gekoppelt sind. Überraschung. Und klar beeinflussen sich miteinander tanzende Menschen, wenn sie entweder auch Energie austauschen (wenn zwei Personen mit ca. 30% der Körperfläche Kontakt zueinander haben, nicht wirklich erstaunlich). Oder auch bei Null Kraftübertragung über die gegenseitige Wahrnehmung – dann wird vielleicht nicht viel Energie ausgetauscht, aber jede Menge Information.
Und dann zitiert Gerhard, in seinem nächsten Post, einen auch recht seltsamen Vogel. Der gemeinsame Nenner? Bei Mr. C (dessen Original ich natürlich auch gelesen habe) haben ich mich wiederholt gefragt, warum er eigentlich so auf Tradi-Musik pocht – sicher ist es ganz doll ungerecht von mir, beziehungsweise habe ich was ganz Wichtiges nicht verstanden – aber um höhere Stufen der Tango-Erleuchtung zu erreichen, scheint die Musik gar nicht mehr wichtig zu sein. Deshalb auch das Dire Straits-Video; diese Musik ist doch viel besser geeignet, um die Ruhe zu finden, den Herzschlag der Partnerin et cetera. Ohne daß irgendwelche störenden Takte dazwischenfunken. Und der Sound ist auch besser, viel mehr Bässe und Höhen.

An dieser Stelle ein ganz dickes „scusi“ ans Universum: Ich mag diese Musik wirklich, ich benutze das Viddeo also nicht nur, um einen Punkt zu unterstreichen. Weihnachten ist zwar schon vorbei, aber auf meiner Wunschliste steht, genau diesen Titel, in genau dieser Version, mit einer ganz bestimmten Partnerin in Bewegung zu erleben.

In einem Kommentar auf Gerhards Seite hatte ich dann noch einen Test für fortgeschrittene Tantra-Tango-Meister vorgeschlagen: Finde die tangomäßige Ruhe in Speed Metal. Wenn nochmal sowas wie „Vom Winde verweht“ auf arte kommt, suche ich dazu auch noch ein Video raus.

Sowas – ich bin schon wieder abgeschweift. Komischer Vogel, Herzschlag – ach ja: Ist so eine Partnerin nicht am Ende eher störend? Weil sie einen von der Vervollkommnung des eigenen Tango ablenkt oder abhält?
Gerhards tanzmitmir-Diskussionspartner darf aufatmen. Wir Techniker haben ja im Grunde eine dienende Funktion. Jemand hat ein Problem – wir finden die Lösung. Oft durch Kombination an sich bekannter Dinge zu etwas Neuem.

Wie auch in diesem Fall. Selbstfahrende Autos sind ja derzeit im Kommen (im Ernst: ich denke, diese Technologie wird unsere Gesellschaft nachhaltig verändern, und zwar unter dem Strich zum Guten). Die Japaner arbeiten seit Jahrzehnten an menschenähnlichen Robotern, die eine Reihe von Aufgaben im Haushalt übernehmen können (und in der Pflege; böse Zungen behaupten, das Motiv, sich in der Robotik so ins Zeug zu legen, wäre angesichts der demographischen Entwicklung auch der Wunsch, lieber von einem Roboter als von einem Gaijin betreut werden zu wollen).

Jedenfalls: warum nicht einen Tanzroboter bauen? Ich zähle nur die wichtigsten Vorteile auf: Keine erotischen Verwicklungen (okay, lassen wir mal die Splittergruppe der Roboterfetischisten außen vor). Keine Probleme mit dem Auffordern; wenn der Cabeceo nicht funktioniert, gibt es immer noch die Fernbedienung. Keine Notwendigkeit für Smalltalk oder sonstige sozialen Aktivitäten.

Und vor allem: nichts stört oder lenkt von der Vervollkommnung des eigenen Tango ab. Denken wir nur mal kurz an Segways: beliebig langsame Bewegungen und trotzdem immer in der Achse und auch in der Lage, größere Gewichtswechsel oder Kraftimpulse wegzustecken. Roboter-Tänzerinnen ermüden nicht, auch wenn das musikalische Repertoire mal wieder etwas kleiner ist. Und die Reaktion auf Führungsimpulse und Musik kann man konfigurierbar machen – wie der Drehschalter beim BMW, von Eco bis Sport.

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2 Gedanken zu “Autonomes Tanzen

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