Ach ja…

ich bin absolut d’accord mit Gerhard Riedl, wenn er „Löschregeln“ eines Diskussionsforums kritisiert, die darauf hinauslaufen, daß jeder das Löschen unwillkommener Inhalte auslösen kann, indem er durch eigenes Schreiben eine „Konfrontation“ erzeugt.

Da ich gewisse „Sozialmedien“ ohnehin aus bereits mehrfach genannten Gründen meide, könnte ich es mir leicht machen und nun mit dem anderern Franz Josef sagen – Gerhard, und ich sach noch, spiel nicht mit den Schmuddelkindern…sowas kommt dann von sowas. Tatsächlich habe mich aber hingesetzt und – mit etwas inspiratorischer Unterstützung meines alten Freundes Arnold Schwarzenegger – das folgende Doppel-Gedichtlein geschrieben:

Leicht ist Zensur,
einfach, eine abweichende Meinung auszublenden.
Checkt aber bitte: es ist
keine Lösung. Nur ein Deckel auf den
Topf, um im eigenen
Saft zu schmoren

Mehr
ist nicht zu sagen.

Oder auf gut englisch:

Freiheit der Meinung ist keine Selbstverständlichkeit,
und man kann sie schrittweise verlieren.
capilli horrent, wenn ich solche Dinge lese.
kein Spaß, solche Methoden.

Yokoito ist mein Pseudonym,
ohne Zögern habe ich zur Tastatur gegriffen,
und wenn es sein muß: I’ll be back.

Tango München – Euch noch ein schönes Pfingsteier-Singen.

Und hier der „Blogpost des Anstoßes“…

http://im-prinzip-tango.blogspot.de/2016/05/schwarz-und-wei-und-das-dazwischen.html

2 Gedanken zu “Ach ja…

  1. Lieber Yokoito,

    mit den „Schmuddelkindern“ von Degenhardt hast Du bei mir eine ziemliche Retrospektive ausgelöst! Die Ballade kam 1965 heraus, und die entsetzliche Spießigkeit der damaligen Zeit hat sich mir unauslöschlich eingeprägt.

    Ich musste erst bestimmte Erscheinungsformen des heutigen Tango kennenlernen, um zu begreifen, dass die uns allmählich wieder einholt.

    Es war eine Zeit des Ausblendens unerwünschter Ansichten, des „Geht doch rüber, wenn euch das nicht passt“. Leserbriefe aus nicht genehmer Ecke druckten die Zeitungen damals nicht – selbst beim Herausbringen von Flugblättern musst man zuerst mal eine Druckerei finden, die sich das traute!

    Ich war wirklich so naiv zu glauben, dass wir die Zeiten überwunden hätten – gerade bei einem „Tanz der Schmuddelkinder“ wie dem Tango.

    Na, mal sehen, ob daraus nicht ein Blogtext wird…

    Vielen Dank für Deine solidarische Unterstützung!

    Gerhard

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  2. Lieber Yokoito,

    danke für’s Flagge zeigen und für’s Formulieren eigener Gedanken.
    Ich freu‘ mich wie ein Brummkreisel, ist es doch genau das, wofür ich im „bösen(?)“Artikel geschrieben habe. Und wenn sie dann derart wohlgestalt daherkommen… Sehr fein!

    Ich schenk dir dafür einen Spruch meiner Großmutter:
    „Alle Affen, die da gaffen, sagen sssst-ta-ta. Alle Schweine an der Leine sagen bääh.“

    Ein weiterer erfreulicher Aspekt der ganzen Geschichte: Sie beleuchtet die Nischen, Inseln und Biotope, in denen sich die „Renitenten“ allein wähnten mit ihrem „anderen Tangobegriff“.

    Und siehe da: es gibt noch andere dieser Art – vielleicht mehr, als so mancher befürchtet hatte.

    Herzliche Grüße,
    Manuela

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